Mürren Gimmelwald

Ein Wunderland für gross und klein

Politik und Geschichte

Die ganze Talschaft – eine Gemeinde

Geografische Lage:         Die Bergdörfer, Mürren und Gimmelwald, liegen auf der linken Terrasse des Lauterbrunnentales; Mürren als höchstes ständig bewohntes Dorf des Kantons Bern auf 1650 m über Meer, Gimmelwald 1400 m über Meer.

Struktur:        Politisch bilden Mürren und Gimmelwald zusammen mit Wengen, Isenfluh, Stechelberg und Lauterbrunnen die Gemeinde Lauterbrunnen.

Jedes der sechs Dörfer hat im Gemeinderat und in den fünf ständigen Kommissionen Anrecht auf eine Vertreterin oder einen Vertreter. Wengen und Lauterbrunnen als grösste Orte haben je einen zweiten Sitz im Gemeinderat.

Die Bevölkerungszahl der ganzen Gemeinde sank in den letzten Jahrzehnten auf noch gut zweieinhalbtausend Einwohner. Davon leben rund vierhundert in Mürren und gut hundert in Gimmelwald.

Mehr Informationen unter: www.lauterbrunnen.ch

Mitsprache der Dörfer:   Die Bevölkerung der einzelnen Dörfer kann sich an „Bezirksversammlungen“ einbringen. Die Kompetenz dieser Versammlungen beschränkt sich formell auf ein „Antragsrecht“. Der Einfluss geht aber viel weiter. Wenn zum Beispiel eine Bezirksversammlung die zustehenden Behördenvertreter vorschlägt, sind diese praktisch schon fast gewählt, da traditionellerweise der Wille eines Dorfes von den andern respektiert wird. Auch in Sachfragen wiegt ein offizieller Antrag einer Dorfbevölkerung in der Gesamtgemeinde viel.

Geschichtlicher Hintergrund:   Ende des 13. Jahrhundert, anfangs 14. Jahrhundert gründeten „Walser“, welche aus dem Lötschental zuwanderten an den Hängen zuhinterst im Lauterbrunnen elf Siedlungen. Von diesen Walsersiedlungen überlebten einzig Gimmelwald und Mürren bis heute. Die übrige Gemeinde wurde zum Teil von Alemannen aus dem Norden und zum Teil durch das Vorstossen der ursprünglichen „Walser“ aus dem hinteren Lauterbrunnental besiedelt.

Wirtschaftliche Entwicklung:     Über Jahrhunderte lebte die Bevölkerung von Mürren und Gimmelwald weitgehend von dem, was sie selber dem kargen Boden abringen konnten. Es war ein laufender Überlebenskampf, abhängig von den Launen der Natur. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fanden  Wanderer und Bergsteiger als Touristen den Weg in die wilde Berglandschaft. Als erstes Hotel wurde das „Silberhorn“ durch die Bergschaft Winteregg gebaut, weitere Hotels folgten, so auch das Hotel Schilthorn im Gimmelwald.

Mit dem Bau der Mürrenbahn im Jahre 1891 und der Allmendhubelbahn im Jahr 1912 entwickelte sich der Tourismus vor allem in Mürren rasant. Das Dorf wurde zu einem bekannten Kurort. Auch in Gimmelwald brachte ein bescheidener Tourismus etwas Nebenerwerb als Ergänzung zur Berglandwirtschaft. Mit dem Bau der Schilthornbahn im Jahr 1965 wurde Gimmelwald direkt erschlossen. Das eröffnete vor allem jungen Leuten beruflich bessere Chancen.